Eddy Eich mit seiner Crew erreichte Platz 3 bei der Weltmeisterschaft der 6mR-Klasse

Kurzbericht:

Wie schon zu erwarten waren die Regatten im Solent vor Cowes sehr chaotisch.

Die Engländer mögen zwar das Segeln erfunden haben aber sicher nicht die Organisation und den korrekten Ablauf einer Regatta. Für den ständig sich ändernden Strom und die drehenden Winde kann man sicher niemand verantwortlich machen, für den Strom gibt es ausgeklügelte Stromkarten und man kann sich nach genauem Studium damit anfreunden.

Die 1. Regatta endete für uns an 4. Stelle, am Ende der 2. Kreuz, 10 Meter vor dem Luffaß stehend und wir ankerten zum 1. Mal. Der Führende kam noch um das Luffaß und die Befreiungstonne und trieb Richtung Ziel, Platz 2 und 3 trieben zwischen Luffaß und Befreiungstonne Richtung Ziel und ankerten. Unsere Annahme war, daß die Wettfahrtleitung wartet bis der 1., ein Lokal Hero, durch die Ziellinie treibt und somit 1 gewertetes Schiff die Wettfahrt beendet, leider trieb der aber am Ziel vorbei und die Wettfahrt wurde abgebrochen.

In den nächsten 2 Regatten übten wir etwas, mit den sehr eigenwilligen und selbst gestrickten Regeln des RYS ( Royal Yacht Squadron ), die sie dann auch noch nach Tageslust auslegen, zurecht zu kommen. Wir suchten nach Bahnänderung, nach nicht verlegten Luvfässern und verloren dadurch 6 Plätze. Die Ergebnisse waren Plätze 10 und 8.

Rennen 4 und 5 beendeten wir als 1., einmal dank wieder nicht richtig gelegter Bahnänderung, aber wir waren ja gewarnt und ließen das führende Schiff in die Falle treten, danke.

Im Rennen 6 brach uns, an guter Position liegend, auf der Startkreuz bei 23 Knoten Wind das Rodvorstag, zum Glück ging der Mast nicht über Bord aber wir mussten aufgeben. An Land fanden wir, nach einigen Telefonaten, sehr hilfsbereite Engländer, die über die halbe Insel gefahren kamen um unseren Mast zu ziehen und das Rod neu zu stauchen. Um 19:00 war unsere Courage IX schon wieder aufgeriggt und segelfertig. Man staune, auch so etwas gibt es in England!

Im Rennen 6 lernte wir auch eine neue Auslegung der Wettsegelbestimmungen, in einem Protest eines Franzosen gegen einen Engländer, daß eine Yacht die nach geltenden Wettseglebestimmungen gar nicht gestartet ist, gewertet wird und 30 % Strafpunkte bekommt, man staune.

Rennen 7 begann mit einem völlig chaotischen Start, bei dem nach unserer Sicht, außer 4 Schiffen, die am Leefass völlig ineinander verkeilt hingen, fast kein Schiff hinter der Linie war. Nachdem nicht einmal ein Einzelrückruf gezogen wurde segelten wir die Wettfahrt und endeten auf dem 6. Platz.

Rennen 8 wurde trotz Ankündigung an Land, daß man eine lange Bahn ( 3 Kreuzen, 2 Vorwindstrecken ) voll segelt, es gab vorher Beschwerden, daß die Kurse zu kurz sind, am Ende der 2. Kreuz, bei 12 Knoten Wind, sonnigem Himmel, um 13:00, also perfektem Segelwetter, beendet. Daß 2 Engländer auf Position 1 und 2 lagen sei nur am Rande erwähnt. Wir hatten uns nach schlechtem Start auf Platz 3 vorgearbeitet.

Rennen 1 konnte leider am letzten Tag wegen Starkwínd nicht wiederholt werden.
Bei der Preisverteilung gab es für uns die freudige Überraschung, daß wir gesamt 3. wurden, bis kurz davor waren wir auf allen Listen als 4. geführt. Ein Franzose, beteiligt an dem Startknäuel in Race 7 hat, zu unserem Glück, in dem Rennen 30 % Strafpunkte kassiert, wie das ging ist uns zwar schleierhaft, wie so vieles in Cowes, aber wir haben uns nicht beschwert, sondern freuten uns über den 3. Gesamtrang.

Zum Glück haben die Engländer nicht nur das Segeln erfunden, sondern auch die Tide. Während England im Regen ersoff, lief bei uns im Solent das Wasser 2 mal am Tag ab und es gab keine Überschwemmungen.
So viel wie beim Segeln im RYS haben wir alten Säcke schon lange nicht mehr gelernt, hoffentlich sind wir noch lernfähig und vergessen es nicht wieder.

Gruß Eddy

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