Fünf Mannschaften vom WYC nahmen an der 420er IDJM vom 14. bis 17. Mai 2016 in Kiel teil

Um für die Deutschen Meisterschaft der 420er gut vorbereitet zu sein, durften unsere Teams aus dem Württembergischen Yacht-Club Friedrichshafen bereits eine Woche früher nach Kiel reisen. Die Eltern waren über die Dauer des Trainings und der Meisterschaft nicht vor Ort. Unsere Gruppe bestand aus den vier Mannschaften Justin Venger / Oliver Donath, Tobias Sieweke / Oliver Munz, Annika Hafner / Siri Raupach und Nina Lendler / Lara Lendler. Willy Brandt trainierte und betreute uns vor und während der YES in Kiel.

Wir waren im Hotel direkt am Olympiahafen untergebracht. Dort wurde lediglich ein Frühstück angeboten. Die Zweibettzimmer verfügten jeweils über eine kleine Küche. Für das Abendessen haben wir selber gesorgt. Jeden Abend war eine andere Mannschaft für das Kochen zuständig. Es gab unter anderem: Pfannkuchen, Reispfanne, Spinat mit Kartoffeln, Maultaschen, Nudeln mit Pesto und Pute.

Am Freitagnachmittag (6. Mai) ging es dann zu unserer ersten Trainingseinheit raus auf die Ostsee. Wir hatten bereits viel Wind und Welle. Abends wurde zusammen gekocht und wir „stapelten" uns in unserem kleinen Hotelzimmer zu neunt, um zu essen.

Die nächsten Tage verliefen ähnlich. Morgens ging es um 7.30 Uhr los zum Frühsport. Nach einem reichhaltigen Frühstücksbuffet sind wir aufs Wasser und nach circa zweieinhalb Stunden Praxistraining wieder an Land zurückgekehrt. Zum Mittagessen gönnten wir uns ein leckeres norddeutsches Fischbrötchen. Nach einer kurzen Pause ging es dann auch schon wieder raus auf das Meer, um den schönen Wind und die Welle auszunutzen. Bedingungen, die wir auf unseren Binnenrevieren in Süddeutschland oft nicht haben. Am Nachmittag, nach dem Segeln, schlüpften wir in unsere Trainingsanzüge und es ging noch eine halbe Stunde zum Joggen. Die Tage waren sehr anstrengend! Deshalb legten wir am Freitag 13.05., nach sieben Tagen Segeltraining, eine Pause ein. Schon am Tag zuvor haben wir in der Gruppe entschieden in den Kletterpark zu gehen und danach einen Stadtbummel durch Kiel zu genießen. Das Klettern war klasse, doch der Stadtbummel in Kiel verlief recht kurz. Es langte noch für eine Bratwurst und eine Kugel Eis, dann verließen wir die Stadt, da der Regen uns einen Strich durch die Rechnung machte. Abends sind wir dann früh ins Bett, weil wir fit für den ersten Wettkampftag sein wollten.

Gemeldet waren 116 Mannschaften für die Deutsche Meisterschaft. Da dies eine große Anzahl in einem Startfeld ist, wurden aus organisatorischen Gründen die Teilnehmer in drei Gruppen eingeteilt.

Der erste Wettfahrttag war sehr windig. Leider lag der Kurs sehr weit draußen und nicht in der Bucht, wo wir sonst immer trainiert hatten. Das Ergebnis war an diesem Tag für uns nicht so erfreulich, dennoch war unsere Platzierung unter den Top 100. Für den darauffolgenden Tag steckten wir unsere Ziele neu und wollten uns deutlich steigern.

Der Morgen des nächsten Tages begann bereits wieder sehr windig. Heute waren wir leider die letzte Startgruppe, so geschah für uns etwas Unvorhergesehenes. Am Anfang der zweiten Runde sahen wir ein ankommendes Gewitter, mit Blitzen und einer Regenwand. Es kam auf einmal ein Sturm auf mit Hagel und Windböen bis zu 9 Windstärken. Wir kenterten, aber aufgrund der Sturmböen konnten wir unser Boot nicht rechtzeitig wieder aufstellen und es trieb auf eine Untiefe. Dabei bekam der Mast Grundberührung und brach. Unser Trainer musste alle Schoten und Leinen durchschneiden, um den Mast zu bergen. Da wir keinen Mast und keine Segel mehr hatten, nahm uns ein Sicherungsboot mit an Land. Im Hafen angekommen, rammte das Motorboot unseren 420er gegen einen Dalben und es entstand als Schaden ein Loch in unserem Boot. Wir waren sehr dankbar, dass wir an Land sehr viel Hilfe von Mitseglern erhalten haben.

Bis spät in die Nacht haben wir das Boot notdürftig repariert, um weiter an der Meisterschaft teilnehmen zu können. Dazu kauften wir einen neuen Mast und neue Leinen. Dieser Tag geht für uns in die Geschichte ein, „Mast- und Schotbruch" zu wörtlich genommen!

Auch am nächsten Tag herrschten starke Winde. Der Windmesser zeigte 6 bis 7 Windstärken an. Die Wettfahrtleitung gab eine Startverschiebung durch, so dass wir die Zeit nutzten, unser Boot weiter zu klarieren. Mittags gab der Veranstalter grünes Licht für das Auslaufen aufs Wasser. Unser Trainer Willy entschied mit uns zusammen, dass wir bei dem vielen Wind nicht starten sollten. Auch Annika und Siri entschieden sich dazu, nicht auszulaufen. Justin, Oli, Tobi und Oli segelten mit. Also verbrachten wir den Rest des Tages in unserem Hotelzimmer und wir konnten den Wettkampf von unserem Balkon aus beobachten, von dem wir einen tollen Blick über die ganze Bucht hatten. Tobi und Oli mussten leider auch diese Wettfahrt abbrechen, da bei ihnen das Segel zerriss.

Am vierten und letzten Wettkampftag wurden alle Teilnehmer in neue Gruppen eingeteilt. Aus der Wertung der vorangegangen Tage wurden die Mannschaften in Gold, Silber und Bronze eingeteilt. Wir WYC-ler waren alle in Bronze. Die ersten zwei Wettfahrten an diesem Tag verliefen ebenfalls nicht nach unseren Erwartungen, jedoch die dritte und letzte Wettfahrt war klasse. Schon am Start kamen wir sehr gut raus und waren eine Zeitlang an zweiter Stelle. Wir konnten den Platz jedoch nicht halten und wurden letztendlich siebte von über 40 Teilnehmern in unserem Fleet.

Der Tag nach der Meisterschaft verlief etwas gelassener. Wir segelten noch zwei Stunden auf der Ostsee und anschließend verluden wir unsere Boote. Am nächsten Tag traten wir unsere Heimreise in den Süden an.

Lara und Nina Lendler

Platzierungen der WYC Mannschaften:

84. Platz Marc Hildebrand / Julian Sobott
96. Platz Justin Venger / Oliver Donath
104.Platz Nina Lendler / Lara Lendler
108. Platz Tobias Sieweke / Oliver Munz
111. Platz Annika Hafner / Siri Raupach

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