SZ-Interview mit WYC-Präsident Oswald Freivogel, erschienen in der Schwäbischen Zeitung am 12. November 2016. Mit freundlicher Genehmigung des Autors Volker Göbner.

Der Württembergische Yacht-Club ist einer der erfolgreichsten Segelvereine im ganzen Land. Achtmal schickte er Segler zu Olympischen Spielen, dieses Jahr den Surfer Toni Wilhelm, der in Rio Rang sechs erreichte. Als Gründungsverein der Deutschen Segel-Bundesliga vertritt der Club die Zeppelinstadt nicht nur in einem boomenden Wettkampfformat. Doch die Aufgaben werden immer mehr. Ende vergangenen Jahres hat der WYC die Stelle eines Clubmanagers neu geschaffen und kürzlich ausgeschrieben. Volker Göbner sprach dazu mit Oswald Freivogel, dem Präsident des WYC.

Herr Freivogel, der WYC hat eine neue Stelle ausgeschrieben, einen Clubmanager. Warum?

Oswald Freivogel: Wir haben jetzt fast 1200 Mitglieder, zwei Clubhäuser mit zwei verpachteten Restaurants, einen großen Hafen und das große Gelände in Seemoos mit Winterlagerhalle, Trainingsräumen und dem Landesleistungszentrum. Der Club hat rund 60 eigene Boote, die vor allem der Jugend zur Verfügung gestellt werden. Wir haben also ein üppiges Freizeit-, Service und Sportangebot. Das lässt sich nicht mehr nebenher ehrenamtlich verwalten, auch nicht mit Unterstützung unserer Sekretärin. Wir müssen die administrativen Aufgaben für die ganze Bandbreite der Erfordernisse abdecken – von Kampagnen unserer Segler in olympischen Bootsklassen über die Bundesliga bis zu den Fahrtenseglern und den Gästen in unserem hochfrequentierten Hafen.

Welche Aufgaben wird der oder die Clubmanager/in haben?

Er soll die Fach-Ressorts im Vorstand administrativ entlasten. Damit werden bei den ehrenamtlichen Vorstandsmitgliedern Ressourcen frei, die dann mehr für konzeptionelle Arbeit genutzt werden können. Es ist also eine sehr verwaltungslastige Aufgabe, auch wenn Impulse und Ideen zur Weiterentwicklung des Clubs willkommen sind. Er oder sie soll Ansprechpartner für alle Mitglieder und auch die Öffentlichkeit sein.

Hat der Clubmanager auch sportliche Zuständigkeiten?

Weniger. Neben den Vorstandsressorts für unsere Regatten und den Segelsport haben wir noch einen Jugendleiter und einen hauptamtlichen Trainer, der weitere 30 ehrenamtliche Übungsleiter koordiniert. Sportliche Kenntnisse sind sicher nötig, aber eine seglerische Karriere ist nicht zwingend erforderlich. Schön wäre es natürlich, wenn solches Wissen auch dabei ist.

Welche Entscheidungsbefugnisse werden übertragen?

Natürlich Dinge, die für die unmittelbare Arbeit und das Tagesgeschäft erforderlich sind. Die strategischen Kompetenzen bleiben bei den Vorstandsmitgliedern, auch wenn dafür Zuarbeit durch den Clubmanager geleistet werden muss. Das wird sich später je nach Schwerpunkt noch entwickeln können und ist sicher auch von der Person abhängig. Wir wollen jetzt erstmal sozusagen die traditionelle Verwaltung fit machen für die Zukunft.

Wie ist der Stand des Verfahrens? Wie viele Leute haben sich beworben, wann wird entschieden?

Wir hatten knapp 20 Bewerbungen, darunter auch Frauen, von jungen Absolventen bis zu im Vereinsmanagement sehr erfahrenen Leuten. In den kommenden Tagen steht die zweite Casting-Runde an und dann wird die Entscheidung bald fallen. Anfang Januar soll die Stelle besetzt sein.

Vielen Dank für das Gespräch – und immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel, wie die Segler sagen!

Freivogel lacht: Danke, die können wir in unserem Flachwasserhafen immer brauchen.

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